{"id":1577,"date":"2015-05-21T12:22:25","date_gmt":"2015-05-21T13:22:25","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.hwbk.de\/?p=1577"},"modified":"2015-05-21T12:32:01","modified_gmt":"2015-05-21T13:32:01","slug":"praeventionsprogramm-check-it-interview-mit-zwei-suchtkranken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hwbk.de\/WordPress_02\/praeventionsprogramm-check-it-interview-mit-zwei-suchtkranken\/","title":{"rendered":"Pr\u00e4ventionsprogramm &#8222;Check it&#8220; &#8211; Interview mit zwei Suchtkranken"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1579 alignleft\" src=\"http:\/\/blog.hwbk.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/da.png\" alt=\"da\" width=\"220\" height=\"184\" srcset=\"https:\/\/hwbk.de\/WordPress_02\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/da.png 220w, https:\/\/hwbk.de\/WordPress_02\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/da-128x107.png 128w\" sizes=\"auto, (max-width: 220px) 100vw, 220px\" \/><strong>Wann?<\/strong><br \/>\nMittwoch, 29. April 2015, (90 Minuten)<\/p>\n<p><strong>Wo?<\/strong><br \/>\n\u201eSpieleraum\u201c des HWBK\u2018s<\/p>\n<p><strong>Was?<\/strong><br \/>\nIm Rahmen des Pr\u00e4ventionsprogramms \u201eCheck it\u201c fand ein Gespr\u00e4ch zwischen zwei drogenabh\u00e4ngigen Menschen und den Sch\u00fcler\/Innen der HERZB12 statt, wobei wir durch die Befragung einige interessante Einblicke in deren Lebenswelt bekommen durften.<\/p>\n<p><strong>Wer?<br \/>\n<\/strong>Zwei Suchtkranke der Station Nadel\u00f6hr (LWL-Klinik), zwei Mitarbeiter, Frau Lausberg und die Sch\u00fcler\/Innen der HERZB12.<\/p>\n<p><strong>Warum?<\/strong><br \/>\nZurzeit setzen wir uns im EW-Unterricht mit dem Thema Alkohol- und Drogenkonsum auseinander.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>H\u00e4ufig gestellte Fragen der Sch\u00fcler\/Innen:<\/strong><\/span><\/p>\n<p><strong>Welche Droge konsumiert ihr?<br \/>\n<\/strong>Heroin (ohne Nadel) , Methadon, Opium<\/p>\n<p><strong>Wie lange seid ihr schon drogenabh\u00e4ngig?<br \/>\n<\/strong>16 und 28 Jahre (Die M\u00e4nner waren 42 und 43 Jahre alt)<\/p>\n<p><strong>Was war der Ausl\u00f6ser daf\u00fcr, dass ihr euch entschieden habt, Drogen zu nehmen?<br \/>\n<\/strong>Bei Person A war es die schlechte Kindheit, in der er sich nach Geborgenheit und F\u00fcrsorge sehnte. Die Drogen konnten ihm dieses vermisste Gef\u00fchl auf einen Schlag geben. Bei Person B war es auf den Streit der Eltern zur\u00fcckzuf\u00fchren. Er suchte einen Ausweg und stie\u00df auf die Nachbarn, die in der Wohnung Drogen nahmen. Dies wurde dann schlie\u00dflich zur Regelm\u00e4\u00dfigkeit.<\/p>\n<p><strong>Wie verhielt\/ verh\u00e4lt sich euer Umkreis, Familie, Freunde?<br \/>\n<\/strong>Person A hat eine 28-j\u00e4hrige Freundin, welche ebenfalls Drogen nimmt. Beide machen nun gemeinsam einen Entzug bei der Station Nadel\u00f6hr. Seine Verlobte brachte ein Kind mit in die Partnerschaft. Zu den Eltern hat er seit neun Jahren keinen Kontakt. Person B hatte fr\u00fcher einen Freundeskreis, welcher ebenfalls einige Drogen nahm und sich als Punker kleidete. Zwar legten sie zun\u00e4chst Grenzen fest, welche Drogen genommen werden d\u00fcrfen, diese wurden jedoch nach k\u00fcrzester Zeit schon \u00fcberschritten. Seine Mutter wei\u00df \u00fcber die Abh\u00e4ngigkeit Bescheid und hat m\u00e4\u00dfigen Kontakt mit ihm.<\/p>\n<p><strong>Habt ihr Unterst\u00fctzung bekommen bei z.B. Entzugsversuchen?<br \/>\n<\/strong>Beide haben mehrere Entz\u00fcge gemacht (waren auch im Gef\u00e4ngnis), oft wurden sie dann aber wieder r\u00fcckf\u00e4llig. Es wurde ebenfalls deutlich, dass es sehr schwer sei, in einer Entzugsklink aufgenommen zu werden.<\/p>\n<p><strong>Wie finanziert ihr die Drogen?<br \/>\n<\/strong>Zun\u00e4chst hatten beide einen Beruf. Doch irgendwann fingen sie an, kriminell zu werden. Sie betrogen, f\u00e4lschten Kreditkarten und beklauten sogar die eigene Familie. Dabei standen sie h\u00e4ufig unter Drogeneinfluss.<\/p>\n<p><strong>Habt ihr Erfahrungen mit Krankheiten gemacht oder gesundheitliche Folgen erlebt?<br \/>\n<\/strong>Au\u00dfer den typischen Folgen eines Rauchers (ver\u00e4nderte Stimme und Aussehen), zum Gl\u00fcck keine. Jedoch gab es Bekannte, die an AIDS oder Hepatitis B starben.<\/p>\n<p><strong>Wie kommt man an den Stoff?<br \/>\n<\/strong>Der Stoff kann vor allem in den Niederlanden erworben werden, wobei es immer wieder aufs Neue riskant ist, erwischt zu werden, oder aber von bestimmten Dealern aus der N\u00e4he. Es seit heutzutage sehr leicht, an den Stoff zu kommen. Selbst im Gef\u00e4ngnis war dies m\u00f6glich.<\/p>\n<p><strong>Gr\u00fcnde und anschlie\u00dfende Gef\u00fchle bei Drogeneinnahme?<br \/>\n<\/strong>Ein vermisstes Gef\u00fchl von Geborgenheit kann erlebt und Sorgen sowie Probleme k\u00f6nnen vergessen werden. Aber auch bei positiven Erfolgen m\u00f6chten sie sich mit der Einnahme \u201ebelohnen\u201c.<\/p>\n<p><strong>Wie l\u00e4uft ein Entzug ab, z.B. bei der Station Nadel\u00f6hr?<br \/>\n<\/strong>Zun\u00e4chst wird man entgiftet, anschlie\u00dfend folgt ein 6-monatiger Entzug.<\/p>\n<p><strong>Besondere W\u00fcnsche oder Zukunftspl\u00e4ne?<br \/>\n<\/strong>Beide sehnen sich nach einem geregeltem, drogenfreien Leben. Dazu geh\u00f6rt es auch, wieder arbeiten gehen zu k\u00f6nnen. Person A m\u00f6chte mit seiner Verlobten ein gemeinsames Kind bekommen, welches drogenfrei aufwachsen soll!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Nun ein paar \u00c4u\u00dferungen einiger Sch\u00fcler nach dem Gespr\u00e4ch\u2026<\/strong><\/p>\n<p><strong>Wie habt ihr euch nach dem Gespr\u00e4ch gef\u00fchlt?<br \/>\n\u2026<\/strong> Es war sehr interessant und ich habe viel gelernt.<br \/>\n\u2026 Ich war sehr ger\u00fchrt von deren Geschichte.<br \/>\n\u2026 Ich konnte ein viel gr\u00f6\u00dferes Verst\u00e4ndnis f\u00fcr Suchtkranke entwickeln.<\/p>\n<p><strong>Habt ihr Vorurteile gegen\u00fcber Suchtkranken verloren?<br \/>\n<\/strong>\u2026Ja! Ich habe mir Drogenanh\u00e4ngige vorher als krank und unfreundlich vorgestellt.<strong><br \/>\n<\/strong>\u2026 Ja, denn es hat mir gezeigt, dass Drogenabh\u00e4ngige eigentlich ganz normale Menschen sind, die eine Sucht haben. Leider werden sie in der \u00d6ffentlichkeit oft mit unfreundlichen Blicken beworfen und mit Vorurteilen konfrontiert.<\/p>\n<p><strong>Hat sich eure Einstellung zum Drogenkonsum ge\u00e4ndert?<br \/>\n<\/strong>\u2026 Nein, jedoch habe ich jetzt ein Bild davon bekommen, wie Drogenkonsum aussehen kann.<strong><br \/>\n<\/strong>\u2026 Ich war nach wie vor davon abgeneigt, Drogen zu konsumieren, jedoch verst\u00e4rkte das Gespr\u00e4ch meine Ansicht.<\/p>\n<p><strong>K\u00f6nntet ihr euch einen Beruf mit Schwerpunkt Drogen vorstellen?<br \/>\n<\/strong>\u2026 Nein, das w\u00e4re mir zu pers\u00f6nlich.<br \/>\n\u2026 Eventuell, es wird eine sehr starke und belastbare Pers\u00f6nlichkeit gefordert, da es h\u00e4ufig R\u00fcckf\u00e4lle gibt.<\/p>\n<p><strong>Konnten alle eure Fragen beantwortet werden?<br \/>\n<\/strong>\u2026 Ja, ich habe sehr viel erfahren.<br \/>\n\u2026 Beide waren sehr offen und beantworteten fast alle Fragen.<\/p>\n<p><strong>Habt ihr neue Erkenntnisse gewonnen?<br \/>\n<\/strong>\u2026 Ich pers\u00f6nlich gelang zu dem Verst\u00e4ndnis, dass eine Drogenabh\u00e4ngigkeit auch eine anerkannte Krankheit ist, die meist durch negative fr\u00fchkindliche Erfahrungen entwickelt wird.<\/p>\n<p><strong>W\u00fcrdet ihr ein solches Gespr\u00e4ch weiterempfehlen?<\/strong><\/p>\n<p>\u2026Ja, da Sch\u00fcler (besonders Gef\u00e4hrdete) dar\u00fcber informiert werden k\u00f6nnen und Gefahren verbeugt wird.<\/p>\n<p><strong>Link zum Flyer der Station:<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.lwl.org\/klinik_guetersloh_download\/pdf\/Drogenentzug.pdf\" target=\"_blank\">http:\/\/www.lwl.org\/klinik_guetersloh_download\/pdf\/Drogenentzug.pdf<\/a><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Erstellt von Evelyn Neuhardt, Laura Hartel und Kristin Schmidt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wann? 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